19.03.2018: APV bei der Stadtpolizei - Besichtigung Urania Wache

von T. Rühl / Graphit
Mit grosser Spannung haben wir APVer dem Anlass bei der Stadtpolizei Zürich entgegengefiebert. Über 45 Altflamberger - mit Identitätskarte griffbereit - haben sich an diesem winterlichen Montagabend im Giaccometti-Saal der Urania-Wache eingefunden. Begrüsst wurden wir von Polizistin Maya und Polizist Markus Huwyler / Yahoo, die uns mit Stolz und grossem Engagement ihren Arbeitsort vorgestellt haben. Beide haben die Polizeischule durchlaufen und sind im Korps der Stadtpolizei im bewaffneten, uniformierten Dienst eingeteilt.



Zuerst die Theorie: Mit 1 uniformiertem Polizisten pro 250 Einwohner ist Zürich polizeilich bestens versorgt. Besser als die Uno-Richtlinien (333 Einwohner pro Polizist) und der Kanton Luzern (578). Neben 500‘000 Parkbussen haben Zürcher Polizisten so ziemlich mit allem zu tun, was in Zürich passiert: Velodiebstahl, Partylärm, Todesfälle, gesunkene Boote und randalierende Trunkenbolde sind nur ein kleiner Auszug aus dem Aufgabengebiet der Stadtpolizei. Anhand von actiongeladenen Videos mit dramatischem Sound und im Stil von „Die Hard“ haben wir die Tätigkeit der Interventionseinheit Skorpion gesehen. Diese kommt doch ganz anders daher als die Arbeit der KRV (Kontrolle Ruhender Verkehr) oder die Patrouillen von Seepolizisten oder „Dorfpolizisten“ in jedem Stadtkreis.

Die Schichtarbeit ist auf eine virtuelle Woche aufgeteilt, so dass man während des ganzen Jahres im 5tages-Rhythmus mit den gleichen Kollegen unterwegs ist. Neben dem Streifendienst und viel Büroarbeit gehört das gemeinsame Kochen, obligatorischer Sport und Weiterbildungen zum Polizeialltag. Auf dem Rundgang durch die Urania-Wache konnten wir einen intimen Blick ins Innenleben der Stadtpolizei bekommen: Die dunklen und engen Arrestzellen waren für die meisten APVer so abschreckend, dass einer grad spontan den Notfallknopf drücken musste, was dann auch einen kleinen Alarm auslöste. Sympathisch auch Polizist Merz, der „Hotelier“ im Hotel Suff, der den „Gästen“ bei Hunger ein bisschen Blööterliwasser und Hug-Zwieback reinwirft und danach mit dem Duftspray die Luft reinigt: "Früener hät's no richtigs Fueter gäh."

Bubenträume wurden dann auch noch erfüllt. Wer hatte vorher schon mal die Gelegenheit, im Streifenwagen auf den Blaulicht-Knopf zu drücken? Mit viel Geduld erklären Maya und Yahoo sowie weitere Kollegen den Streifenwagen und die einzelnen Ausrüstungsgegenstände. Die 4 Paar Helme auf jedem Streifenwagen, der Mehrzweckstock, der Mehrzweckwerfer, das Labor-Set für Alkoholtests und Gras-Analysen und das „Fröschli“, der manuell einsetzbare Tränengas-Dispenser für Demos. Mit glänzigen Augen sind einzelne APVer dann in die schweren Rüstungen geschlüpft und sind sich für kurze Zeit ein bisschen wie Robocob vorgekommen.

Motiviert von den Pasta-Gerüchen aus der Polizeiküche sind wir in die Schipfe 16 gewechselt, wo uns ein Glas Wein und ein währschafter Znacht empfing. Yahoo hat weiterhin unermüdlich alle Fragen der APVer beantwortet – etwa, weshalb er seine langjährige Bankkarriere zugunsten der StaPo an den Nagel gehängt hat. Herzlichen Dank an Yahoo und die Stadtpolizei für diesen gelungenen Anlass!
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